Dim Sum Geschmorten Schweinefuessen – Gericht, Zutaten & Herkunft
Authentische Herkunft
南乳炆豬手 (Nan Ru Wen Zhu Shou) zählt zu den geschätzten Schmorgerichten der kantonesischen Küche und verkörpert die Philosophie des langsamen Garens.
In unserer Interpretation servieren wir dieses gehaltvolle Gericht als raffinierten Dim-Sum-Teller – eine Hommage an Handwerk, Geduld und die Kraft einfacher Zutaten, die durch Zeit zur Vollendung reifen.

Was verbirgt sich hinter dem Namen?
Das Gericht besteht aus sorgfältig gesäuberten Schweinefüßen, die stundenlang in einer aromatischen Brühe mit fermentiertem rotem Tofu (南乳 / nam yu), Ingwer, Sternanis und Rockzucker geschmort werden. Das Ergebnis: eine tiefrote, glänzende Sauce und Fleisch, das sich fast schwerelos vom Knochen löst – samtig, aber niemals matschig.
Die Wahl des Schweinefußes
Schweinefüße gelten in der chinesischen Küche als Delikatesse besonderer Art. Anders als Filet oder Keule bieten sie keine einfache Zartheit, sondern etwas Wertvolleres: Kollagen in Reinform. Dieses Bindegewebe, kombiniert mit natürlicher Gelatine, schmilzt beim langen Schmoren zu einer seidigen Substanz, die auf der Zunge zergeht und dem Gericht seine charakteristische, leicht klebrige Textur verleiht.
Kollagen: Die Seele der Textur
Ein perfekt zubereitetes 南乳炆豬手 ist niemals fettig – das Fett wird während des Schmorens sorgfältig abgeschöpft. Was bleibt, ist reines Kollagen: eine samtweiche, leicht elastische Textur, die beim Zubeißen nachgibt, ohne zu zerfallen. Diese »Mundgefühl-Magie« – zwischen Festigkeit und Schmelz – macht das Gericht unverwechselbar und suchterzeugend.
Die Magie des 南乳 (fermentierter roter Tofu)
Nan Ru ist mehr als nur Würze – es ist die geschmackliche Seele des Gerichts. Durch Fermentation mit rotem Reishefe (ang-kak) entsteht ein Produkt von intensivem Umami, salzig-süßem Charakter und erdiger Tiefe. Es färbt die Sauce in ein warmes Rubinrot und verleiht dem Fleisch eine komplexe Würze, die weder scharf noch aufdringlich ist, sondern langsam entfaltet und nachklingt.
Die Kunst des langsamen Schmorens
Zeit ist die wichtigste Zutat. Bei zu hoher Temperatur würde das Fleisch zäh bleiben oder zerfallen. Stattdessen schmoren wir bei niedrigster Hitze über 3–4 Stunden, sodass Hitze und Feuchtigkeit das Kollagen gleichmäßig in Gelatine verwandeln. Erst diese Geduld schafft jene Vollkommenheit, bei der Haut, Sehnen und Fleisch zu einer harmonischen Einheit verschmelzen.
Warum als Dim-Sum-Portion?
Die bewusst kleine Portion entstammt nicht der Sparsamkeit, sondern der kulinarischen Intelligenz: Die intensive Geschmackstiefe und reiche Textur wirken in Dim-Sum-Größe konzentriert, aber nicht überladen. So bleibt Raum für weitere Gerichte – das Schweinefuß-Gericht wirkt als geschmacklicher Höhepunkt, nicht als Sättigungsbarriere.
Bekömmlichkeit und traditionelle Stärkung
In der Traditionellen Chinesischen Ernährungslehre gelten kollagenreiche Gerichte als stärkend für Haut, Gelenke und Vitalität – besonders im Winter. Durch das lange Schmoren wird das Gericht zudem besonders bekömmlich: schwer verdauliche Bestandteile lösen sich auf, Nährstoffe werden bioverfügbar, und die warme, nährende Qualität wirkt harmonisierend auf den Körper.
Harmonie im Dim-Sum-Menü
In einem ausbalancierten Dim-Sum-Menü übernimmt 南乳炆豬手 die Rolle des »erdenden Elements«: Während gedämpfte Teigtaschen Leichtigkeit und knusprige Frühlingsrollen Texturkontrast bieten, liefert dieses Gericht Tiefe, Wärme und Sättigung. Es ist der ruhige, kraftvolle Pol, um den sich leichtere Kreationen gruppieren – ein Ankerpunkt für Genießer.

